Prof. Dr. Hartmut Lutz (Amerikanistik/Kanadistik)
Vorbemerkung
Für die Amerikanistik sind die literarischen Texte und politischen Einlassungen unseres Namenspatrons bedeutungslos, und für die internationalen Beziehungen der Universität Greifswald sind sie eher hinderlich. Aber es waren gar nicht Ernst Moritz Arndts Werke, die mich vor fast zwanzig Jahren dazu bewogen, zusammen mit dem Kollegen Werner Buchholz (Pommersche Landesgeschichte) eine Namensdiskussion mit dem Ziel der Rückbenennung zu initiieren, sondern es war die Bestürzung darüber, dass die Universität, an der ich mit Freude lehrte, einen Namen trägt, den sich der Senat im Jahre 1933 von Hermann Göring hatte verleihen lassen, um mit dieser Namensgebung zu zeigen, dass „Unsere Universität ….alle ihre Arbeit auf völkisch-nationale Grundlage stellen will.“ (Antrag von Rektor und Senat an den Herrn Reichskommissar für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, 6. 4. 1933).
Diesen Namen, der zwei totalitäre Systeme in Deutschland überlebte, trug die alma mater gryphiswaldensis auch nach der Wende ohne eine grundlegende Diskussion und scheinbar auch ohne Skrupel weiterhin. Eine Namensbeibehaltung ist jedoch weder mit dem Geist des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland noch mit dem “Bewusstsein gegenüber der Verantwortung aus der deutschen Geschichte” (Präambel der Landesverfassung für Mecklenburg-Vorpommern) vereinbar, und wir plädierten daher für eine Rückkehr zum ursprünglichen Namen der Altehrwürdigen. „Zur Namensdebatte aus Sicht eines Amerikanisten“ weiterlesen


