„Mit euch geht es weiter!“ So lautet der markige Titel des zweiten Verstetigungstreffens, zu dem am Donnerstag die Quartiersmanagerinnen der Fleischervorstadt die Bewohner des Viertels einladen, um gemeinsam Strategien für die Zukunft auszuloten.
Das ist notwendig, denn im nächsten Jahr läuft das Programm „Soziale Stadt“, über das in den vergangenen elf Jahren die Stellen der Quartiersmanager und ein Verfügungsfonds finanziert wurden, aus. Wer dann noch in einem lebendigen Stadtteil leben möchte, muss die Sache selbst in die Hand nehmen.
(Foto: Fleischervorstadt-Blog)
Die erste Verstetigungskonferenz fand bereits vor einem Monat statt und wurde gut besucht — damals kamen mehr als 30 interessierte Gäste und Vereins- beziehungsweise Initiativenvertreterinnen und skizzierten in konstruktiver Atmosphäre erste Ideen, wie es nach dem Ende des Quartiersmanagements mit der lebendigen Stadtteilarbeit weitergehen könnte.
Doch blieben damals noch viele Fragen offen, die hoffentlich auf dem zweiten Treffen — zu dem auch jene herzlich eingeladen sind, die das erste verpasst haben — konkretisiert werden können. Ob Stadtteilflohmarkt oder Fleischervorstadt-Festival, es gibt viel zu tun!
Um nicht weniger als um die Zukunft des aktiven Stadtteillebens sollte es gestern Abend bei der vom Quartiersbüro Fleischervorstadt initiierten Verstetigungskonferenz im Koeppenhaus gehen. Der Anlass dieses Treffens ist unerfreulich: Im nächsten Jahr läuft das Programm „Soziale Stadt“ aus, über das in den vergangenen elf Jahren die Stellen der Quartiersmanagerinnen und ein Verfügungsfonds finanziert wurden. Jetzt sind die Bewohner des Viertels gefragt und von denen erschienen gestern Abend erstaunlich viele.
„WIE KÖNNEN WIR UNS AM BESTEN ORGANISIEREN?“
Zunächst blickten die beiden Quartiersmanagerinnen Anette Riesinger und Stefanie Riech auf die umgesetzten Projekte der zurückliegenden Jahre zurück und informierten die etwa 30 Teilnehmenden über die Arbeit des Quartiersbüros. Thilo Kaiser, Leiter des Stadtbauamts, hielt als Vertreter der Stadtverwaltung ebenfalls eine kurze Rede, ehe er zur Bürgerschaftssitzung ins Rathaus eilte.
Damit endete der passive Teil dieser Veranstaltung und die moderierte Zukunftswerkstatt konnte beginnen. Etwa zwei Stunden lang arbeiteten sich die anwesenden Fleischervorstädter durch die zuvor gesammelten Fragen- und Denkbezirke. Wie können sich Bürgerinnen und Vereine organisieren, so dass die Vitalität des Viertels erhalten bleibt? Wie könnte der eigene Beitrag für eine lebenswerte Fleischervorstadt aussehen? Wie können Aktivitäten für ein lebendiges Quartier von Politik und Verwaltung unterstützt werden?
DAS RICHTIGE FORUM FÜR DIE GESTALTUNG DER FLEISCHERVORSTADT
Bei der Präsentation der Ergebnisse wurde schnell offenbar, dass sich die Beteiligten eine Fortsetzung vieler vom Quartiersbüro angestoßener Ideen wünschen. Dazu zählen zum Beispiel die Stadtteilfeste, der Staudentausch, der Tag der offenen Gärten, der lebendige Adventskalender und natürlich das Vorzeigeprojekt, der Stadtteilflohmarkt.
Die Bereitschaft, sich selbst ehrenamtlich um einzelne Projekte zu kümmern, schwebte unverkennbar im Raum. Der Staudentausch hatte bereits vor der Zukunftswerkstatt eine Patin — seit gestern ist er aber längst nicht mehr das einzige Projekt, das vermutlich einigermaßen unbeschadet in die Verantwortung der Quartiersbewohner übergeben werden kann. Doch wird das allein für eine kontinuierliche Stadtteilarbeit ausreichen? Viele der Anwesenden wünschen sich auch in Zukunft eine zentrale Anlaufstelle. Man braucht einen Ort und vielleicht sollte auch ein Verein gegründet werden.
Bis dahin werden jedoch noch einige Konferenzen folgen müssen. In Zukunft könnten diese von regelmäßig stattfindenden Netzwerktreffen, zum Beispiel in Form eines regelmäßigen Stadtteilfrühstücks, ergänzt werden, bei denen sich die gestaltungsfreudigen Quartiersbewohner treffen können, um Ideen zu konkretisieren, Gleichgesinnte kennenzulernen und sich noch effektiver zu organisieren — vermutlich ist das einer der ersten Vorschläge des gestrigen Abends, die alsbald in die Tat umgesetzt werden.
An Ideen mangelt es nicht und wer das Leben in der Fleischervorstadt aktiv mitgestalten möchte, findet auf der gut strukturierten und konstruktiven Verstetigungskonferenz auf jeden Fall das richtige Forum und entschlossene Mitstreiterinnen.
Das nächste Treffen wird am 24. Oktober um 18 Uhr im Quartiersbüro der Fleischervorstadt stattfinden.
Am 30. Juni 2014 läuft das Programm „Soziale Stadt“ aus, danach wird es das Quartiersbüro Fleischervorstadt in seiner heutigen Form nicht mehr geben. Das Quartiersmanagement lädt dazu ein, eine Verstetigungskonferenz abzuhalten, um gemeinsam auszuloten, wie das aktive Stadtteilleben in Zukunft aufrechterhalten werden kann.
Die Erfolgsgeschichte des Stadtteilmanagements begann 2002. Seitdem wurden unzählige Projekte – wie zum Beispiel der Stadtteilflohmarkt, das Fleischervorstadt-Festival, der Staudentausch, der Tag der offenen Gärten und die zahlreichen Stadtteilfeste – angestoßen, unterstützt oder selbst organisiert.
Mit dem Ende des Programms „Soziale Stadt“ werden zukünftig nicht nur die Stellen des Quartiersmanagements wegfallen, sondern auch die finanziellen Mittel des Verfügungsfonds – immerhin 20.000 Euro pro Jahr –, mit denen kleinere Maßnahmen kurzfristig und unbürokratisch anteilsfinanziert unterstützt werden konnten.
Die Verstetigungskonferenz hat zum Ziel, Möglichkeiten zum Erhalt des aktiven Stadtteillebens zu entwickeln und gemeinsam Pläne für die Zukunft zu schmieden. Dazu sind alle Interessierten, insbesondere Bewohnerinnen der Fleischervorstadt, herzlich eingeladen.
Bereits vor diesem heutigen Treffen gibt es die erste gute Nachricht: Der Staudentausch hat eine Patin bekommen, die künftig die Organisation des nachbarschaftlichen Pflanzentauschprojekts übernehmen wird.
Stadtteilfrühstück, Flohmarkt und natürlich in erster Linie zwei Abende mit Livemusik hiesiger Bands — das erste Fleischervorstadt-Festival wird am Wochenende seinen Einstand feiern und mit einem breiten Wohlfühlprogramm über die kulturelle Durststrecke des Sommers hinweghelfen.
Los geht es am Freitag um 19 Uhr — wahlweise gediegen in der Josephkirche mit dem dort ansässigen Chor und Claudia Otto an der Flöte oder eine Spur zackiger mit Skylla’s Curs. Die 2010 gegründete Formation spielt melodiösen Post Hardcore der älteren Schule und ist eine der drei Bands, die am ersten Abend auf dem Gelände von Polly Faber auftreten werden. Nach ihnen spielen Bro:m (Postrock), ehe der Tag mit der Ambientapparatur The Splendid Ghetto Pipers ausklingt.
Sonnabend geht es schon früher los: ab 10 Uhr wird zum Stöbern auf dem Flohmarkt eingeladen. Wer dort selbst einen Stand betreiben will, kann einfach und ohne Anmeldung mitmachen — Tische dafür sind vorhanden. Nachmittags gibt es Unplugged-Konzerte von Radost und Franklyn Ahedo sowie eine Kunstauktion. Den ganz Bewegungsfreudigen offeriert das Ballhaus Goldfisch außerdem Schnupperstunden. Um 19 Uhr geht es dann auf der Bühne mit der Rockband Hustigkittler weiter. Danach spielen The Spirit of Frau Schulz, eine Coverband, die deutsch- und englischsprachige Evergreens von Sara Barailles bis Silly reproduziert. Der zweite Abend endet sportlich mit der Offbeat-Punk-Soul-Band Krach, die ab 21 Uhr die müden Glieder in Bewegung bringen soll. „Fleischervorstadt-Festival sorgt für Leben im Quartier“ weiterlesen →
Der vom Quartiersbüro Fleischervorstadt organisierte Stadtteilflohmarkt war ein voller Erfolg und sorgte bei bestem Wetter für Begeisterung! Mehr als einhundert Stände beteiligten sich am vergangenen Sonntag bei bestem Maiwetter an dieser Veranstaltung.
Für die zahlreichen Besucher und Passanten, die durchs Quartier trödelten, buken sie Kuchen, kochten Kaffee, stellten Bier kalt und vor allem nicht mehr benötigten Krempel vor ihre Türen – sowas könnte hier häufiger stattfinden!
Der Stadtteilflohmarkt ist mit Abstand die öffentlichkeitswirksamste Aktion, die das Quartiersbüro Fleischervorstadt jährlich in ihrem Bezugsviertel organisiert. Mit jedem Jahr wächst die Zahl der teilnehmenden Häuser und es besteht kein Zweifel daran, dass diese Veranstaltung inzwischen fest etabliert ist und Hunderte Menschen anzieht.
Diesen Sonntag ist es wieder so weit. Die verantwortliche Quartiersmanagerin Anette Riesinger teilte mit, dass mehr als 80 Einzelanmeldungen vorlägen – das entspricht einer Steigerung um mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nachzügler inbegriffen, wird es in diesem Jahr mehr als 100 Flohmarktstände geben, die das Quartiersbüro auf einem Faltplan verortet, der dieser Tage seinen Weg in die Briefkästen des Quartiers fand.
Gewachsen ist aber nicht nur die Zahl der teilnehmenden Häuser, sondern es beteiligen sich auch mehr und mehr Gruppen und Initiativen an dem Flohmarkt, die ihrerseits entweder für den guten (Selbst)Zweck verkaufen – wie zum Beispiel der Bücherflohmarkt im Koeppenhaus oder Viva con Agua – oder die den zu erwartenden Besucherinnenstrom nutzen wollen, um auf ihr Projekt aufmerksam zu machen.
So setzt sich beispielsweise die Initiative Brinke16-17 für den Erhalt eines Hausensembles ein und bietet Interessierten die Gelegenheit, das 157-jährige Haus im Rahmen einer Führung um 16.30 Uhr zu besichtigen. Dort kann man sich außerdem über den Stand der Dinge informieren und Antworten auf jene Fragen erhalten, die auf dem Blog der Initiative noch unbeantwortet bleiben. Offene Türen gibt es außerdem in der Alten Bäckerei, im IKUWO und bei Polly Faber.
Am Sonntag darf mit einigermaßen gutem Wetter gerechnet werden, jedoch sollte man sich angesichts der kontinuierlich wachsenden Zahl der Teilnehmenden rechtzeitig auf den Weg machen, sofern man beabsichtigt, in den Straßen der Fleischervorstadt das eine oder andere Schnäpperchen zu machen. Hilfreich ist dabei natürlich der Übersichtsplan.
Wer diesen nicht in seinem Briefkasten gefunden hat, kann ihn hier in größerer Auflösung herunterladen (jpg-Dokument, 927 KB) und wird damit keinen der angemeldeten Stände verfehlen!