Fortschritt bei der Aufklärung der Greifswalder Brandserie

Die Polizei ist bei der Aufklärung der Greifswalder Brandserie einen großen Schritt weitergekommen und hat seit gestern zwei mutmaßliche Täter festgenommen.

Am Mittwoch und Donnerstag nahmen Polizeibeamte zwei in Greifswald wohnhafte Männern im Alter von 19 und 24 Jahren fest. Der ältere der beiden Tatverdächtigen befindet sich bereits in Untersuchungshaft in der JVA Stralund. Der zweite Tatverdächtige soll heute Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Greifswalder Brandserie, Symbolbild
Nach einer Brandstiftung in der Wiesenstraße (Symbolbild: Fleischervorstadt-Blog)

Die beiden Beschuldigten sind bereits wegen verschiedener Delikte wie Körperverletzungen und Sachbeschädigungen polizeibekannt. Ihnen wird nun vorgeworfen, mit unterschiedlicher Tatbeteiligung mehrere Brandstiftungen in Neu Boltenhagen und in Greifswald begangen zu haben. So sollen neben dem Brand des Neu Boltenhagener Vereinshauses der Jugendfeuerwehr auch die Brände der Dachstühle der alten HNO-Klinik und eines Gebäudes der alten Kinderklinik in der Soldmannstraße (Kinderpavillon) am vergangenen Wochenende auf das Konto der beiden mutmaßlichen Täter gehen.

Tatverdächtige waren bei der Freiwilligen Feuerwehr

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Sänger von Feine Sahne Fischfilet freigesprochen

Wegen Tumulten am Rande einer Kundgebung von Geflüchteten in Güstrow standen gestern der Sänger von Feine Sahne Fischfilet sowie zwei Mitangeklagte vor Gericht. Der Prozess endete mit Freisprüchen.

Details über den Deal zwischen dem Plattenlabel Audiolith und dem Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns sind nicht bekannt. Aber dass es irgend eine Form von Übereinkunft geben muss, daran dürfte kein Zweifel mehr bestehen. Schon vor fünf Jahren, vor dem Release der vorletzten Platte Scheitern und Verstehen, griff das Innenministerium der vorpommerschen Band amtlich unter die Arme.

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Pop am Wochenende: Brigo „Stadt Land Flucht“

Auf jeden Derbe sind zurück, zumindest ein Teil der seit 2016 nicht mehr aktiven Greifswalder HipHop-Band. Rapper Brigo (ex Brigant) meldet sich nun mit der EP „Stadt Land Flucht“ zurück.

Vor eineinhalb Jahren sind Auf jeden Derbe, die bis dato einzige erwähnenswerte Greifswalder HipHop-Band, ins Sabbatical gegangen. Auslandssemester, Projekte und das ganze Brimborium. Wie es später weitergehen würde, wollte oder konnte die Band damals noch nicht voraussagen, verpflichtete sich aber auf ein „Auf Wiedersehen“.

Cover von Stadt Land Flucht, Brigo

Musikgewordener Liegestuhl am Loissiner Strand

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Debatte um Kunst im öffentlichen Raum

Seit im Herbst letzten Jahres der Wettbewerb zur Kunst im öffentlichen Raum am Karl-Marx-Platz ohne konkrete Empfehlung der Jury zu Ende ging, hat die Debatte um Kunst im Greifswalder Stadtbild an Fahrt aufgenommen. Wohin sie steuert, kann sich morgen zeigen.

An 7. Dezember wird im Rathaus ein Konzept für den zukünftigen Umgang mit (temporärer) Kunst im öffentlichen Raum in Greifswald präsentiert. Der Vorschlag wurde nach einem Beschluss der Bürgerschaft von Studierenden des Caspar-David-Friedrich-Instituts unter Leitung von Prof. Christian Frosch und Cindy Schmiedichen in Zusammenarbeit mit Anett Hauswald vom Kulturamt der Stadt Greifswald erarbeitet.

Bild von der Podiumsdiskussion über Kunst im öffentlichen Raum

In Seminaren und Exkursionen wurden dafür verschiedene Konzepte bundesweit untersucht und diskutiert. Es wurde künstlerisch gearbeitet und schließlich eine Podiumsdiskussion in Greifswald organisiert, zu der sich Anfang November mehrere renommierte Experten und Künstler im Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg zusammenfanden, um über wesentliche Fragen im Zusammenhang mit Kunst, „die etwas Anderes tut, als in einem Museum auf ihrem Arsch zu sitzen“ (Claes Oldenburg), zu diskutieren.

Kunst im öffentlichen Raum als Zumutung im positiven Sinne

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Ein digitaler Werkzeugkoffer stellt sich Greifswalder Initiativen vor

Brauchen Greifswalds Initiativen und Vereine eine digitale Plattform für geschmeidigere Zusammenarbeit? In der Kabutze wird dieses Thema diskutiert und mit stadtgestalten.org ein bereits bestehendes Projekt aus Rostock vorgestellt.

Das Leben ist in den letzten Dekaden unstreitbar digitaler geworden. Diese Digitalisierung ist auch in zivilgesellschaftlichen Sphären angekommen. Kein Ehrenamt ohne E-Mailliste, das ist klar. Die inzwischen genutzten Werkzeuge sind heute jedoch meistens mannigfaltiger — man kennt das aus dem eigenen Leben. Ein Doodle hier, ein gemeinsamer Kalender dort,  das eine oder andere Forum, die nicht mehr ganz so neuen sozialen Netzwerke von G+ bis Facebook, Pinterest, Snapgreif und Hastenichtgesehen.

In Rostock entwickelt der Verein Sense.Lab, besser bekannt als Betreiber des E-Mail-Hosters systemausfall.org, seit zwei Jahren das Projekt stadtgestalten.org. Dahinter steckt eine freie und nicht-kommerzielle Werkzeugsammlung zur Sichtbarmachung und Unterstützung ehrenamtlicher Gruppen. Die Plattform bündelt bekannte Funktionen und bildet sie mit regionalem Fokus unter einem Dach ab. Dazu können zum Beispiel Mailinglisten, Blogs, Foren, Kalender, Umfragen und Abstimmungen, Schichtplan-Verwaltung oder Ticker gehören.

Symbolbild zur Rostocker Plattform stadtgestalten.org

Wer sich vorab bereits informieren möchte, sollte die Rostocker Seite in Augenschein nehmen und einen Eindruck des öffentlich sichtbaren Teils der Plattform gewinnen. Bis heute sind dort über 770 Personen registriert, die sich in mehr als 100 verschiedenen Gruppen miteinander verbunden haben.

Hat so eine Plattform auch in Greifswald das Potential, aufgebaut und aktiv betrieben zu werden? Am Freitag werden Vertreter von Sense.Lab ihre Plattform in der Kabutze vorstellen. Anschließend soll ausgelotet werden, ob Bedarf für ein Greifswalder Pendant der Rostocker Stadtgestalten besteht, um die Arbeit verschiedener Gruppen zu unterstützen und sichtbarer zu machen. 

Fakten: 1.12. | 18 Uhr | Kabutze(Loeffler-Str. 44a)

Arndt als Hochschullehrer und die Wissenschaft von der Geschichte

Prof. Dr. Werner Buchholz (Pommersche Geschichte und Landeskunde)

Die Historikerzunft ist sich weitestgehend einig: Arndt war kein Historiker. In der wissenschaftlichen Literatur sind gebräuchliche Bezeichnungen „Propagandist“ oder „Pamphletist“. Allerdings kursieren auch andere Benennungen. Diese berufen sich auch noch mehr als zwei Jahrzehnte nach der Wende auf Ausgaben von Arndt-Schriften, die zu DDR-Zeiten herausgegeben und im stalinistischen Sinne manipuliert wurden, indem etwa zentrale Textpassagen herausgestrichen wurden. Auch kommt es immer noch vor, dass Arndt-Schriften verschwiegen werden, die nicht in das gewünschte Bild passen, oder dass der Forschungsstand ignoriert und durch willkürliche (Falsch-)Angaben ersetzt wird. Ein jüngeres Beispiel für diese Art des Umgangs mit Arndt ist das Buch von D. Alvermann/I. Garbe (Hgg.), Ernst Moritz Arndt. Anstöße und Wirkungen (Forschungen zur pommerschen Geschichte 46), Köln/Weimar/Wien 2011 (s. Anhang).

Ernst-Moritz Arndt auf dem Rubenowplatz in Greifswald

(Foto: Michael Gratz)

Betrachtet man dagegen Arndt in seiner Zeit, stellt sich Vieles anders dar. Als Pamphletist und Propagandist stand Arndt von 1803 bis 1811 im Dienste des schwedischen Königs, danach fungierte er von 1812 bis 1814 als Chef der Propagandaabteilung des Zentralverwaltungsdepartements für die von den Verbündeten eroberten Gebiete, welches – besonders zu Anfang der russischen Gegenoffensive 1812/13 – weitgehend vom russischen Kaiser dominiert wurde. 1814 wurde Arndt in den preußischen Staatsdienst übernommen, dem er bis zu seinem Tode angehörte.

Arndt und der Vorwurf der Soldschreiberei

1831 und 1834 veröffentlichte Arndt mehrere Schriften, mit denen er seine Abkehr von den Idealen vollzog, die er 1813/15 verfochten hatte. Hatte er damals die Einführung von Verfassungen gefordert, so zog er nun ganz im Gegenteil mit der ihm eigenen Vehemenz und Emotionalität gegen die liberalen Verfassungen vom Leder, die 1830/31 nach der Julirevolution in der Schweiz, in Frankreich und in Belgien eingeführt worden waren. Gleichzeitig erneuerte Arndt die Forderung auf die Nordseeküste von der Eidermündung bis Dünkirchen unter Einschluss der Niederlande, des größten Teils Belgiens, Lothringens, des Elsass sowie von Teilen der Schweiz und deren Angliederung an ein von Preußen geführtes Deutschland. „Arndt als Hochschullehrer und die Wissenschaft von der Geschichte“ weiterlesen