Themenabend Essstörung: „Ich bin oft lieber schön“

Die Kabutze verwandelt sich morgen ein weiteres Mal von der DIY-Manufaktur zum Veranstaltungsort und wagt sich mit dem Thema Essstörungen an einen tabuisierten Stoff, der nur indirekt Bezug zum textilen Kontext der offenen Nähwerkstatt aufweist.

Mit dem Themenabend möchte die gastierende Projektgruppe Tabus brechen und auf künstlerische, gesellschaftskritische Weise eine offene und ehrliche Auseinandersetzung mit Magersucht, Bulimie und Esssucht fördern.

Neben einem Vortrag zu Essstörungen sind zwei DIY-Filme zum Thema und ein interaktives Spiel mit den Gästen angekündigt.

performance essstörung

Fakten: 27.01. | 20 Uhr | Kabutze | Spende erbeten

Punkprominenz im KLEX

Am Wochenende stehen dem KLEX hoher Besuch und der Esprit eines Kapitels Deutschpunkgeschichte ins Haus, denn mit der – trotz Unterbrechungen beinahe 18 Jahren existierenden – Coburger Band Rawside, wird die alte Schule aufgefahren. Von der Originalbesetzung der Band ist allerdings nur noch Sänger Henne übrig geblieben.

Rawside

Rawside waren auf drei Ausgaben des Deutschpunk-Kompilats Schlachtrufe BRD vertreten (IV, V, VII) und veröffentlichten gerade ihr jüngstes Album Widerstand.

Die Anarcho-HC-Punker erhalten am Sonnabend Unterstützung in Sachen Wuttransfer von Tesla Cessna, einem frischen und energievollen Punkprojekt aus Greifswald, das schon im November beim Polenmarkt zu überraschen wusste, absoluter Geheimtip!

Fakten: 15.01. | 20 Uhr | KLEX | 6 EUR

Vernissage: David Reichenbach „Lichtgeburten“

Heute Abend findet in der Alten Bäckerei endlich wieder eine Vernissage statt. David Reichenbach wird mit Lichtgeburten photographische Zeichnungen präsentieren.

photographische Zeichnungen reichenbachAusgangspunkt dieser Arbeiten ist die Photographie in ihrem ursprünglichen Sinne als Zeichnen mit Licht. Um der „Zeichnung“ gerecht zu werden, erfolgt jedoch eine Beschränkung auf die Linie, die sich einerseits als mittels Kamera und Film fixierter Lichtstrahl in der Dunkelheit ergibt.

Andererseits erlaubt jedoch auch  der direkte Einsatz der Chemikalien auf dem Papier unter Lichteinwirkung das Hervorbringen tiefdunkler Linien. Und so ist es hier wie da das Licht, welches am Schnittpunkt von Photographie und Zeichnung Dinge aus dem Dunkel holt und Spuren sichtbar werden lässt.

Fakten: 12.01. | 19 Uhr | Alte Bäckerei

IZFG-Ringvorlesung und die perfekten Queers

Auch in diesem Semester veranstaltet das Interdisziplinäre Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung (IZFG) eine Ringvorlesung, die seit inzwischen eineinhalb Monaten wöchentlich im Hörsaal der deutschen Philologie (Rubenowstraße 3) stattfindet.

Die Vortragsreihe mit dem Titel Superwoman? Superman? – Visionen vom optimierten Leben nähert sich dabei aus verschiedenen Perspektiven und wissenschaftlichen Disziplinen einem Themenbereich, der sich mit den Schlagwörtern Enhancement und Geschlecht abstecken lässt. Unter Enhancement wird in diesem Zusammenhang „die Steigerung der menschlichen Leistungsfähigkeit mit Hilfe pharmazeutischer und biotechnischer Mittel“ verstanden.

supermanDie Vorträge der vergangenen Veranstaltungen beschäftigten sich zum Beispiel mit dem Gesundheitshandeln von Jungen und Männern, mit Intersexualität und der Herstellbarkeit geschlechtlicher Identität oder mit der prosperierenden „Schönheits“-Chirurgie.

Morgen wird Andrea Bettels, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IZFG, über Körper- und Inszenierungsstrategien abweichender Identitäten sprechen. Es geht also um das Handeln queerer Menschen, zum Beispiel Trans- und Intersexueller oder  Drag Kings und Drag Queens:

Geschlechtliche und sexuelle Variablität wird von den Protagonistinnen der Queer-Szene mittels verschiedenster Strategien eingefordert, inszeniert, parodiert, verfehlt. Die Ansprüche, Wünsche und Forderungen von »Queers« an die moderne Medizin unterscheiden sich teilweise stark und variieren zwischen Erfüllungsversprechen bspw. bei Transsexuellen und Anklagen wegen Verstümmelung bspw. bei Intersexuellen. Welche Strategien und Utopien birgt ein queeres Verständnis von Körpern und Technik und wo sind Grenzen und Beschränkungen?

Die Ringvorlesung findet fast jeden Mittwoch um 16 Uhr (c.t.) im Hörsal der deutschen Philologie (Rubenow-Str.3) statt. Das komplette Programm ist auf dem Plakat zur Vortragsreihe verzeichnet und ist hier abrufbar (pdf-Dokument, 1, 37MB).

Fakten: 08.12. | 16:15 Uhr | HS dt. Philologie (Rubenow-Str.3)

Veranstaltungshinweis: Alarma Man (SWE) & syn*error & Aftershow

Kann noch jemand sagen, wann man das letzte Mal von Rockmusik aus Schweden nicht einfach nur bestens bedient, sondern komplett umgeblasen wurde, überrascht und geschüttelt und verbrannt und neu geboren? Oder anders gefragt: Will mal wieder jemand? (Sinnbus)

Liebhaberinnen extravaganter Gitarrenmusik kommen in Greifswald einfach zu selten auf ihre Kosten und so ist es mir eine große Freude, auf das Konzert der schwedischen Band Alarma Man hinzuweisen.

Intelligente Grobheiten

Das Quintett aus Göteborg machte 2006 mit seinem selbstbetitelten Debütalbum von sich reden. Die damals von ihrem Label „als Haken schlagende Dampfwalze, als Erlöser mit Turboboost, als apokalyptische Lässigkeit“ noch zurückhaltend beschriebene Formation trat mit ihrer musikgewordenen Irrgartenmathematik das Erbe ihrer Landsleute The Refused an – genauso intensiv, nur weitesgehend nonvokal.

 

Richtig energetisch wird es aber im treibend-drängend-flehenden Bird, das einen partiellen Live-Eindruck der Band zu vermitteln mag. Da fällt man hinten über:

Kopfkino statt Synapsenmassage

Jetzt ist Love Forever draußen und die neuen Stücke sind nicht weniger kompliziert – es wird vertrackt gefrickelt, dämmrig gesungen und die Mathrock-Wurzeln sind nach wie vor erkennbar.

„Alarma Man aus Göteborg scheinen auf ihrem Zweitling fast durchgängig unter Zeitdruck zu stehen. Das Quintett jagt permanent durch seine Songs und tut das mit derartiger Brillianz, dass die Energie schnell auf den Hörer überspringt. Dabei wirken die Stücke keineswegs wüst, sondern außerordentlich geschickt konstruiert: Fast jeder Track auf „Love Forever“ beginnt recht zurückhaltend, schaukelt sich aber schnell zu einer dichten, scheppernden Soundkulisse hoch, um dann in einem instrumentalen Strudel seinen Höhepunkt zu finden.

Mit jedem Stück schraubt sich die Band erneut in höchste Höhen: Taumelnd winden sich Gitarrenriffs umeinander, stürmische Schlagzeug-Rhythmen rasen in- und gegeneinander. Alarma Man verlieren sich gerne in rasanten Post-Rock-Riffs, die einander entgegen arbeiten und dabei doch harmonisch klingen. Viele ihrer Songs wirken wie in Ekstase eingespielt.“ (motor.de)

„Matula, hau‘ mich raus!

Den Abend werden die Berliner syn*error mit einer Zeitreise in die von Bands wie Fugazi, Hot Water Music oder Engine Down geprägten Post-Punk-HC-Zeiten der späten 1990iger Jahre einläuten. Danach gibt’s eine Indie-Classics-Aftershow-Party mit DJ matula, der neben Superpunk hoffentlich noch mehr tanzdiktatorische Exzessbejahungen im Gepäck haben wird.

Fakten: 12.11. | 21 Uhr | IKUWO | 5 EUR